Das war «KI in der Pflege erleben»

Weniger Administration → Mehr Zeit für Menschen: Unter diesem Motto fand am 15. September unser Fachanlass «KI in der Pflege erleben» in St.Gallen statt. Pflegefachpersonen, Leitungen und Verantwortliche aus Pflege, Qualität, Innovation und Digitalisierung kamen zusammen, um konkrete Anwendungen kennenzulernen, Fragen zu stellen und gemeinsam über Chancen und Grenzen von KI zu diskutieren.


Der Nachmittag war geprägt von einer offenen und positiven, zugleich kritischen Diskussion. Es wurden viele Fragen gestellt und konkrete Erfahrungen aus der Praxis eingebracht.


KI ist bereits im Pflegealltag angekommen

Unser erster Referent, Urs Sidler, zeigte anschaulich, wie Sprachmodelle funktionieren und was hinter generativer KI steckt. Dabei wurde deutlich: KI begegnet uns längst an vielen Stellen – nicht nur in neuen Anwendungen, die bewusst als «KI-Lösung» eingeführt werden. Auch Spamfilter oder die Sortierung von E-Mails arbeiten beispielsweise mit KI.


Damit rückt eine wichtige Frage in den Vordergrund: Wo werden Daten verarbeitet und was geschieht mit ihnen? Gerade bei sensiblen Daten gilt es, die Bedingungen und Datenschutzbestimmungen der eingesetzten Anbieter genau zu kennen.

Wie unterstützt eine KI-basierte Sensorlösung?

Unser nächste Referent, René Haslhofer, gab anschliessend einen Einblick in den cogvis companion und zeigte, wie intelligente Bewegungssensorik heute in der Pflege eingesetzt werden kann – beispielsweise zur Erkennung von Ereignissen und zur Unterstützung der Sicherheit und Entlastung im Pflegealltag.

Der cogvis companion ist bereits in zahlreichen Einrichtungen und Ländern im Einsatz und lässt sich auch in bestehenden Gebäuden nachrüsten. Die Verarbeitung der Sensordaten erfolgt laut cogvis «by design» direkt im Gerät.

Kurzfristig war das junge Unternehmen sprezza.ch für die Teilnahme mit einem kurzen Pitch zum Anlass eingeladen. Dass ihre Anwendung zur Reduktion des administrativen Aufwands in der Praxis bereits ankommen, zeigten auch die Diskussionen: Eine Pflegeorganisation stellte konkrete Fragen zur Funktionsweise des Systems, die von einem Vertreter einer anderen Einrichtung gerade beantwortet werden konnte.

Wo braucht die Pflege Unterstützung?

In den Workshops zeigte sich: KI-gestützte Services zur Reduktion administrativer Aufgaben werden in einigen Pflegeeinrichtungen bereits eingesetzt. Auch das Interesse an Sensoren mit KI-gestützten Monitoring-Systemen sind noch nicht überall bekannt, aber es ist klar, dass diese zur Unterstützung von Sicherheit und Entlastung der Pflege – vor allem auch wegen dem Fachkräftemangel – unverzichtbar werden könnten.

Eine Frage beschäftigte die Teilnehmenden deshalb besonders: Wer investiert in solche Lösungen – und unter welchen Voraussetzungen? Denn wenn Technologie zur Sicherheit beiträgt und Pflegefachpersonen entlasten kann, stellt sich auch die Frage, wie ihr Einsatz künftig breiter ermöglicht werden kann.

CareVolutionAI schafft Evidenz

Investiert wird häufig erst, wenn der Nutzen belegt ist. Genau hier setzt unser Forschungs- und Entwicklungsprojekt CareVolutionAI an. Gemeinsam mit sechs Partnern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz untersuchen wir, wie KI-basierte, datenschutzkonforme Sensorik die Sicherheit in Pflegeeinrichtungen und Kliniken erhöhen und zugleich Pflegefachpersonen entlasten kann.

Besonders gefreut hat uns, dass nach der Vorstellung des Projekts direkt die Frage aufkam, ob weitere Organisationen noch teilnehmen können.

Herzlichen Dank für den offenen Austausch!

Vielen Dank an alle Teilnehmenden für die vielen Fragen, die Erfahrungen aus der Praxis und die kritische Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen von KI. Unser Dank gilt ebenso den Referenten und Workshop-Leitern Urs Sidler, René Haslhofer sowie Sandro Schneider und Jeremy Näscher für die praxisnahen Einblicke.

Der Nachmittag hat gezeigt: Es geht nicht darum, möglichst viel KI einzusetzen. Entscheidend ist, im Austausch mit Forschung und Praxis herauszufinden, wo Technologie im Pflegealltag tatsächlich entlasten, Sicherheit erhöhen und damit mehr Zeit für Menschen schaffen kann.

Die beteiligten Personen freuen sich über Ihre Kontaktaufnahme:

◉ Urs Sidler, thinking services, St.Gallen. 

Urs Sidler arbeitet seit über 20 Jahren an der Schnittstelle von Technologie und Organisation – in der Softwareentwicklung, im Produktmanagement und in der Organisationsentwicklung. Er begleitet Unternehmen dabei, neue Technologien nicht nur einzuführen, sondern im Alltag wirksam zu machen. Ihn interessiert weniger, was technisch möglich wäre, als was einer Organisation tatsächlich nützt. Sein Motto: "KI wechselt keinen Verband. KI nimmt Ihnen auch keine Verantwortung ab. Aber vielleicht ein paar Berichte."

◉ René Haslhofer, cogvis software und consulting gmbh, Wien. 

René Haslhofer ist als CCO bei cogvis für Customer Relations verantwortlich.

Er durfte nach seinem Abschluss in Internationaler Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Wirtschaftsinformatik, Industrial- und Cultural Management bereits mehr als 20 Jahre an Erfahrung im Verkauf und Vertrieb innovativer digitaler Produkte und Lösungen sammeln. René Haslhofer steht für eine kundenzentrierte wie auch nutzenorientierte Kommunikation und Produktentwicklung, aktives Zuhören sowie ein hohes Maß an Wertschätzung im Umgang mit allen Stakeholdern sind ihm besonders wichtig. Angesichts des demographischen Wandels ist der intelligente Einsatz von Technologie als Unterstützung in der täglichen Fürsorge unerlässlich, er führt zu einer Entlastung der Pflegekräfte und einem selbstbestimmteren Leben im Alter. Davon ist er überzeugt. 

cogvis: Praxispartner von Novoviam für intelligente Sensortechnologie – nicht nur in der Langzeitpflege.

◉ Sandro Schneider und Jeremy Näscher entwickeln und vertreiben mit sprezza.ch Schweizer Software für Pflegeheime und sorgen so für weniger Administration und mehr Zeit für das Wesentliche. 

◉ Moderation und Organisation: Bärbel Selm und Dr. Urs Guggenbühl, beide novoviam.  Melden Sie sich mit Fragen und Anregungen zum KI-basierten Sensorsystem gerne via unserem Kontaktformular bei uns.

 

Das war «KI in der Pflege erleben» - novoviam
  • KI-Workshop 2026 sprezza1
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  • René Haslhofer, cogvis